07.10.2017 - Inflate your Imagination

Uff, mitten in der Nacht, genau um 3.15 Uhr geht der Wecker- Puh, will ich das hier wirklich? Ich könnte mich auch fein rumdrehen und weiterschlafen. Aber wir sind ja ohnehin schon wach und auch extra dafür die lange Strecke bis hierhin gefahren. Außerdem wollte ich hier schon immer mal hin, also raus aus den Federn. Ohne Eigenmotivation läuft heute morgen nichts.
Ohne Dusche gehts aber auch mitten in der Nacht nicht. Dadrin sind wir mittlerweile routiniert und so stehen wir um 4 Uhr mit mehreren Klamottenschichten versehen, abmarschbereit im Zimmer. Vorsichtshalber packe ich noch die Handschuhe für die Mädels ein. Markus schaut mich an als hätte ich sie nicht mehr alle - Handschuhe! Wir werden sehen - es kann losgehen!
Um diese Uhrzeit sind die Straßen wie ausgestorben. Wir halten an einem ATM neben einer Tankstelle. Selbst die hat um diese Uhrzeit noch zu. Während ich die Kreditkarte in den Automaten schiebe, muss ich kurz an einen Horrorfilm denken, den ich letztens gesehen habe. Gruselig ist es hierso früh am Tag, schnell das Geld raus und dann nichts wie weg.
Nur ein paar Straßen weiter stehen wir dann im feinsten Parkplatzstau. Gut, dass wir so früh losgefahren sind, so bin ich jetzt ganz entspannt.
Überall blinken die Blaulichter der Policecars. Die Polizei ist ganz schön präsent hier - vermutlich umso mehr wegen dem kürzlichen Attentat in Las Vegas.
Es dauert ewig bis wir endlich in die Nähe des Parkplatzes kommen. Ob das so geschickt war, direkt am Eröffnungstag des Festivals hierher zu kommen ?
Noch vor der Einfahrt werden 15 $ von Parkplatzwächtern kassiert - die merkwürdigerweise alle noch Kinder sind. Hm, dürfen die hier allein um diese Uhrezeit rumlaufen?
Wir bekommen das Ticket unter den Scheibenwischer geklemmt und dürfen einfahren.
Direkt vor dem Balloon Museum ist noch ein freies Plätzchen für uns. Das ist gut, da haben wir nachher einen guten Orientierungspunkt wenn wir wieder zurückgehen.
Boah - ist das kalt am frühen Morgen! Mein lieber Mann, uns warm anzuziehen war genau die richtige Entscheidung!
Ich spreche eine ältere, etwas crazy aussehende Amerikanerin an, die über und über mit Festivalstickern geschmückt ist. Nach einem kurzen Smalltalk fragen wir sie wo wir denn hier die Tickets fürs Festival kaufen können. Sie schickt uns zum Museum. Allerdings kommen wir nicht weit, vor dem Selbigen ist ein Tisch aufgebaut und wir werden nach unseren Eintrittskarten gefragt. Tja, genau die wollen wir ja jetzt kaufen! Miss Festivalsticker kommt genau im richtigen Moment hinzu und flüstert den Frauen am Tisch etwas von Germany zu und gestikuliert wild in unsere Richtung.
Kurzentschlossen steht eine der Frauen auf und klopft an die Fensterscheibe des Museumsshops, der zu dieser nachtschlafenden Zeit natürlich für Besucher noch geschlossen ist. Aber siehe da, extra für uns wird die Tür geöffnet.
Im Shop sind wir um diese Uhrzeit noch ganz allein. Wir können in aller Ruhe unsere Tickets kaufen und dürfen uns danach sogar noch umsehen.
Was es hier für tolle Sachen zu kaufen gibt. Balloons in allen Varianten, Flugdrachen, Puzzle, Kinderbücher, Sticker, Christbaumballonkugeln und noch vieles mehr - Wahnsinn! Sogar ins Museum lässt man uns einen Blick werfen - toll, das ist ja richtig exclusiv so früh am Morgen - die sind ja schon richtig super, die Amerikaner - auch wieder sowas, dass dir in Deutschland sicherlich nie passieren würde!

Wir schauen uns eine Weile im Museum um, dass wirklich toll gestaltet ist und tatsächlich auch einen Besuch wert wäre - hätte ich gar nicht gedacht. Aber irgendwann werde ich doch etwas hibbelig - wir sind ja eigentlich für was anderes hier - nicht, dass das Spektakel ohne uns anfängt!
Man lässt uns aus dem Hinterausgang und zeigt uns noch den Weg über das Außengelände - wirklich ein toller Service!
Von hier kommen wir zum Bike Valet Parking - was es nicht alles gibt! Auch hier werden wir erst einmal von einem netten Amerikaner aufgehalten, der wissen will wo wir herkommen. Natürlich bleiben wir auch hier ne Weile stehen und tauschen ein paar Höflichkeiten aus.
5 Minuten später sind wir dann endlich am Eingang des Geländes. Unsere Karten werden gescannt, uns wird ein Plan in die Hand gedrückt und schon sind wir drin.
Hach, jetzt bin ich ja schon etwas aufgeregt was uns alles erwartet.
Selbst um diese Uhrzeit ist hier schon die Hölle los - ich hab mir ja schon gedacht, dass viele Leute da sind, aber das es heute morgen schon dermaßen voll ist, damit hab ich gar nicht gerechnet!

Mittlerweile haben wir 5.20 Uhr und in nur 25 min geht es schon los!
Gerade noch Zeit uns auf der Fressmeile heißen Kaffe, Kakao und 2 Packungen Minidonuts mit Zimt zu kaufen und uns ein wenig umzusehen.
Selbst um diese Uhrzeit haben sich schon lange Schlangen an den Pommesbuden gebildet. Ich muss zwar jetzt nicht Truthahnkeulen und Pommes zum Frühstück haben aber die Stände finde ich trotzdem richtig toll.
Dazwischen gibt es Verkaufsbuden mit allen möglichen Andenkenkram. Die Stände mit den Schals und Handschuhen sind auch sehr gut besucht - ja, bei den Temperaturen wundert mich das nicht!
Ach ja, Handschuhe, da war ja noch was. Ich krame die Handschuhe der Kids aus meinem Rucksack hervor und die Mädels freuen sich über die warmen Überzieher. Jetzt guckt Markus ganz neidisch und hätte auch gerne welche!
Pünktlich um 5.45 Uhr geht die Lasershow los. Bepackt mit unseren warmen Drinks und den Donuts gehen wir zur Festwiese. Leider sind die Laser viel zu schwach und malen dadurch keine klaren Farben in den Himmel .
Außerdem laufen sie völlig ohne Musik. Hm, na ja, das war wohl der erste Versuch für dieses Jahr.
Um 6 Uhr beginnt die Dawn Patrol und die Wiese füllt sich schnell. Alle scharen sich um die ersten Balloons, die startklar gemacht werden. Wir stehen so dicht dran, dass uns der Gasstrahl wärmt wenn er gezündet wird - hach ist das herrlich warm!

Ich hätte nicht gedacht, dass wir so dicht an die Balloons rankommen, wirklich sehr beeindruckend.
Überall auf der Wiese richten sich langsam die Balloons auf und da es noch sehr dunkel ist, glühen sie in der Morgendämmerung, das sieht sooo schön aus.

Auf der Bühne wird von einem Chor die Nationalhymne gesungen und über Lautsprecher übertragen. Wir sehen, dass wir genau am Eröffnungsballoon stehen und mehrere Männer befestigen eine riesige USA Flagge am Korb.

Unter lautem Jubelgeschrei hebt dieser dann kurz darauf ab - ein richtiger Gänsehautmoment.

Danach gehen die Balloons der Sponsoren in die Luft - allen voran der Balloon von Canon.
Nur 15 min später blähen sich überall um uns herum die schönsten Balloons auf. Mittlerweile ist auch die Sonne aufgegangen und taucht alles in ein wunderschönes Licht.

Die Mass Ascension beginnt pünktlich um 7 Uhr. Bei diesem Event starten bis zu 500 Balloone innerhalb kürzester Zeit. So schnell wie um uns herum die farbenprächtigen Balloons in die Höhe steigen, können wir uns gar nicht alles anschauen.

Den Mädels haben es natürlich vor allem die Special Shapes angetan. Die sind aber auch wirklich der Hammer - als erstes startet Lottie Dottie, ein riesiges blaues Huhn aus Brasilien.

Immer neue Figuren erheben sich in den Himmel, wir entdecken ein schwarzes Schaaf, ebenfalls aus Brasilien, Mister Z - ein überdimensionales Zebra aus den USA und die beiden Star Wars Balloone aus Belgien.

Wir sind schwer begeistert. Alles ist einfach nur wahnsinnig schön. Und die Masse der ganzen Balloons ist der Hammer!
Die Kälte hab ich mittlerweile ausgeblendet, denn es sind immer noch eisige 7 Grad! Mein verfrorener Mann ist steifgefroren und vergräbt sich in seiner Jacke.

Auch der Himmel ist heute morgen unglaublich. Zu unserer rechten Seite verfärbt sich alles rosa, während uns auf der linken Seite schon das tiefste Blau entgegenleuchtet.
Wir haben wie es aussieht, auch heute wieder richtiges Glück mit dem Wetter!
Schon bald ist der Himmel mit 100erten Balloons übersäht - was für ein Anblick! Ich kann es gar nicht beschreiben und jedem nur empfehlen sich dieses Spektakel mal selbst anzuschauen - es lohnt sich auf jeden Fall!

Auch die Stimmung um uns herum ist einmalig, immer wieder ertönen Jubelrufe und alle Klatschen wenn ein Balloon abhebt, dazu ertönt Musik aus den Lautsprechern.
Fliegende Händler versuchen ihre Leuchtstäben, Glitzersachen und allerhand überteuerten Plastikram an den Mann oder die Frau zu bringen. Alles in allem herrscht eine sehr ausgelassene Stimmung.

Wir entdecken immer weitere Special Shapes, bei manchen Figuren fragen wir uns wie sowas überhaupt in die Luft steigen kann. Die müssen doch unglaublich schwer sein. Hier noch einige Lieblingsballoons meiner Mädels.

Bild 1: Kermie, der Frosch aus Kanada und Balloonaful Sunrise aus Phoenix, Bild 2: Baby Lente aus Belgien
Bild 3: Pinguin Tall Steve aus England, Bild 4: Mexican Doll aus Mexico und das Gürteltier Armadillo aus Brasilien
Bild 5: Flieger Tolfy aus Belgien, Bild 6: Mr Fish aus Brasilien

Ich mache an die 300 Fotos allein an diesem Morgen. Ich kann mich gar nicht entscheiden was sich nicht lohnt zu fotografieren - es ist alles soooo schön!
Und wie immer wenn es am Schönsten ist, rast die Zeit nur so davon und gegen 8.45 Uhr ist der Spuk auf einmal vorbei. Alle Balloone sind nur noch klein am Horizont zu sehen, nur ein paar extra aufgeblasene Themenballoons, die als Deko befüllt wurden, sind am Boden geblieben.
Wir spazieren zum hinteren Teil des Parks wo noch ein Astronautenballoon und der größte Balloon überhaupt - ein riesiges Motorrad zu bewundern sind.

Die Sonne ist in der Zwischenzeit weiter den Himmel hochgewandert und selbst mein total festgefrorener Mann taut langsam auf. Hach, ist das schön hier!
Hinter dem Motorrad schwenken wir ab auf die Fress- und Shoppingmeile. An allen Buden haben sich megalange Schlangen gebildet. Hm, auch wenn es jetzt 9 30 Uhr ist, auf Pommes und Fleisch haben wir immer noch keine Lust. Davon abgesehen sind die Preise fürs Essen hier schon ziemlich unverschämt, 1 Portion Ribbon Fries kosten 9 $ und Truthahnkeulen gleich 12$! Bei den Preisen wundert man sich, dass einige Shops schon ein "ausverkauft" Schild rausgehangen haben - unglaublich. Dann gehen wir doch lieber später fein Essen!
Wir schlendern an den Buden vorbei und bewundern bei Einigen die Auslagen.

An einem der Stände kaufe ich mir einen Festival Anstecker - der passt noch prima an mein Kameraband!
An einem Infostand der Polizei, die hier neue Leute rekrutieren wollen, hat Markus es ein riesiges Policeauto angetan. Ich muss sagen, so Eins habe ich auch noch nie gesehen.

Am Himmel knattert es - was ist das denn? Alle bleiben stehen und recken die Köpfe. 3 Hubschrauber fliegen in Formation tief über den Rasen und liefern eine kleine Flugshow.

Die Mädels stellen sich an einem Glücksrad an und gewinnen Texas Flaggen und Lutscher.
Am Ende der Amüsiermeile kommen wir noch in die KidsZone mit ein paar Karussells und Kinderbelustigung. Die Karussells sind in Augen meiner Kids für Babys und so verlassen wir gegen 10.30 Uhr das Festival und schlendern über das Außengelände des Balloon Museums zurück zu unserem Auto.

Markus muss mal dringend für kleine Jungs aber wie auch schon auf dem Festivalgelände stehen auch hier nur reihenweise Dixie Häuschen. Ich könnte ja auch mal ne Toilette gebrauchen aber bei dem Anblick muss ich schon gar nicht mehr. Männer haben es da definitiv einfacher!
So, jetzt aber nichts wie zur Old Town.
Dazu fahren wir ein Stück in Richtung unseres Hotels. Die Old Town liegt ja dort quasi um die Ecke.
Mittlerweile ist es richtig schön warm geworden und wir schälen uns erst einmal aus unseren Jacken und Pullis. Gut, dass ich ein T-Shirt druntergezogen habe.
Die Altstadt ist gut ausgeschildert, schon die Shops am Straßenrand unterwegs versprühen ein mexikanisches Flair. Alles ist quietschend bunt.

In der Oldtown steppt der Bär. War ja auch Samstags nicht anders zu erwarten.
Wir kurven erst mal etwas herum bis uns ein Parkschild auf einen etwas dubiosen Hinterhof führt. Parken kostet hier heute 8 $ - hm, ich hab aber nur einen 5 oder einen 10 $ Schein. Wechselgeld, Fehlanzeige und ich sehe auch nicht ein, dass ich 2 $ zuviel einwerfen soll. Was nun?
Ein junger Einheimischer spricht uns an und rät uns mit dem Auto um die Ecke zu fahren, da dort das Parken nur 5 $ kostet. Oha, na dann, nichts wie hin da! Tatsächlich, nur einmal um die Ecke und wir stehen auf einem riesigen Parkplatz.
Hier sind wir auch genau richtig, direkt vorm Eingang der Old Town. Der Bezahlautomat auf dem Parkplatz ist ganz schön merkwürdig. Mit einer Art silbernem Stift stopft man sein Geld in den Nummernschlitz der Parkbucht - sowas habe ich auch noch nicht gesehen. Ist wohl aus dem letzten Jahrhundert übrig geblieben.
Vor dem Eingang der Old Town spricht uns eine ältere Dame an ob sie ein Foto von uns allen zusammen machen soll. Da sagen wir nicht nein, schnell alles aufstellen - cheeeeese!

Anschließend revanchiere ich mich natürlich auch mit Fotos von den 3 älteren Damen.
Schon der Eingang zur Old Town gefällt uns richtig gut. Das Tor ist wunderschön mit Mosaiken verziert.
Alle Häuser wurden hier im Pueblo-Stil errichtet und direkt hinter der ersten Ecke tönt uns schon mexikanische Gitarrenmusik entgegen. Richtig schön!

Markus ist direkt Feuer und Flamme, ihm gefällt es hier ausnehmend gut. Aber auch wir Mädels sind ganz begeistert, denn es gibt kleine Kunstgallerien, Souvenirshops und Boutiquen zu entdecken.
Wir lassen uns einfach durch die engen, verwinkelten Gässchen mit den vielen Springbrunnen treiben. Die schattigen Bänke zwischendrin laden zum verweilen ein - wirklich ein schöner und sehr gemütlicher Ort.
Trotz des Wochenendes und des Festivals ist es hier doch nicht so überfüllt wie es eben ausgesehen hat und wir genießen die Ruhe.

Ich bewundere die überall herumhängenden Pepperonistränge, die sehen wirklich richtig klasse aus und leuchten so schön in der Sonne.
Man könnte sie hier sogar kaufen und wenn wir nicht noch so einen weiten Weg vor uns hätten, wäre ich glatt versucht einen mitzunehmen.

Oh, was sehe ich denn da hinten in der Ecke - einen Schuhladen. Ihr wißt ja, Schuhe und Mädels geht immer - also nichts wie rein da.
Ein wirkliches schönes Lädchen und soooo viele schöne Schuhe! Lissy entdeckt süße Winterstiefletten, die sogar super passen und der Hammer: sie sind runtergesetzt auf 25$! Na wunderbar, die sind schon mal uns. Melina hat in der Zwischenzeit ein paar Ohrringe mit blauen Federn gefunden, die gaaaanz dringend mit müssen. Fein, Kinder glücklich - jetzt braucht Mama Futter!
Auf dem Weg nach Nahrungssuche kommen wir noch an einem mit Ballons geschmückten Platz vorbei. Lissy würde am liebsten alle davon mitnehmen.

Gegenüber auf dem Platz vor der Kirche "San Felipe de Neri Parish" findet heute ein Fest statt und der Duft der gebratenen Cheeseburger kitzelt uns in der Nase - hach, riecht das gut!
Auf der Old Town Plaza in der Mitte der Straße, spielt auch eine mexikanische Band und einige Einheimische tanzen ausgelassen unter den schattigen Bäumen.
Wir werfen noch einen kurzen Blick in die Kirche, ganz nett aber mir gefällt sie von Außen um einiges besser.

Oh, da hinten gibt es Futter - Hurra, genau das was wir jetzt dringend brauchen. Wir landen in der Hacienda, einem mexikanischen Restaurant.
Sehr passend für die Gegend hier! Draußen ist leider schon alles besetzt aber uns ist es wurscht, wir haben Kohldampf ob drin oder draußen. Außer den Minidonuts früh am Morgen und dem Kaffee gabs heute schließlich noch nichts.

Wir müssen nur 10 min anstehen bevor wir gegen 12.30 Uhr einen Tisch bekommen.
Hurra, endlich richtige Toiletten! Die Toiletten sind im 1. Stock und sehen richtig edel aus. Alles ist mit altem wieder aufbereiteten Parkett ausgelegt und an der Decke hängen Kronleuchter.
So, was gibt es jetzt zu futtern? Markus bestellt eine Traditional Plate mit Bohnenbrei. Muss ich das verstehen? Er ißt eigentlich alles aber hasst Bohnen jeder Art! Die Mädels entscheiden sich für jeweils einen Tacco Salat und ich nehme Fajitas mit Hähnchen.
Als Appetizer werden uns Nachos mit einem scharfen Dipp gereicht. Puh, da speit man ja Feuer!
Danach passiert erst mal eine ganze Zeit gar nichts. Es herrscht ein geschäftiges Treiben und die Bedienungen rennen wie verrückt hin und her. Irgendwie sieht das alles etwas unkoordiniert aus.
Am Nachbartisch sitzen 10 Personen und eine der Frauen vernichtet gerade sämtliche Reste auf allen Tellern. Hat die die letzten 2 Wochen nichts mehr gegessen? Am Tisch hinter uns wedeln 2 Erwachsene mit Harry Potter Stäben herum und quaseln irgendwelche unverständlichen Sprüche. Wo bin ich denn hier hingeraten?!
Nach einer halben Stunde fragt mich unsere Servicekraft was ich denn eigentlich nochmal bestellt hab - na die ist ja ganz verpeilt! Nach einer weiteren halben Stunde schaut sie uns im Vorüberlaufen fragend an, nach dem Motto, wie ihr habt noch nichts?
Halleluja, woher denn, sie bringt doch das Essen! Melina bestellt noch eine Sprite und bekommt kurz darauf eine Cola - die Reklamation dauert auch wieder ewig. Also wenn das hier noch länger dauert, trinken wir aus und gehen!
Uns wird frisch gebackenes Fladenbrot mit Honig gebracht weil wir so lange warten müssen, wenigstens ein kleiner Trost. Hm, das schmeckt gut, wenn wir davon noch was bekommen, bin ich schon satt, dann können sie das Essen behalten!
Gerade als wir beschließen zu gehen, kommt doch tatsächlich um 14 Uhr endlich unser Futter! Wahnsinn, aber gut, es sieht ja mal alles sehr lecker aus. Hm, und es schmeckt auch so.

Ratzfatz ist alles verputzt, na wenigstens hat sich das Warten doch noch gelohnt! Der Spaß kostet 82 $ inklusive Trinkgeld, eigentlich noch ganz ok für mitten in der Old Town und satt sind wir jetzt auch.
Auf dem Rückweg zum Auto kommen wir noch an einem Souvenirshop vorbei in dem die Mädels sich je einen Magneten und Markus ein TShirt als Geburtstagsgeschenk für seinen Vater kauft.
So, jetzt brauchen wir nur noch ein bißchen Shopping, dann sind wir glücklich. Schnell Markus Lieblingsgeschäft in der Nähe der Festivalwiese rausgesucht und dann nichts wie da hin.
Nach nur 15 min sind wir dann auch schon da. Außer dem gewünschten "Ross dress for Less" gibts hier noch viele weitere Geschäfte, na mal sehen was wir hier so alles Feines finden!
Markus strahlt auf jeden Fall von einer zur anderen Backe und ist mal wieder vollkommen in seinem Element.

Melina stürzt sich direkt ins Gewühl und Markus muss sich erst mal ein Einkaufswagen organisieren, was hat er denn vor? Ich schaue mit Melissa zusammen nach Hosen. Wir finden leider nur eine einzige Tommy Hilfiger Jeans in ihrer Größe, die ihr gefällt, na hoffentlich passt sie dann auch!
Auch ich nehme mir ein paar Oberteile mit. Bepackt stürmen wir zu Dritt die Umkleidekabinen. Meine Oberteile sehen angezogen fürchterlich aus, zu groß, zu klein, zu kurz, zu lang - das war ja wohl nix! Melinas Beute sinkt auf immerhin 4 Teile und Lissys Hose passt, wenigstens etwas!
Markus hat sich mit neuer Unterwäsche, Tshirts und mal wieder Schuhen eingedeckt. Unglaublich, ich kenne wirklich keinen Mann der so viele Schuhe hat wie mein Mann!
Wir stöbern noch in den Gängen herum und kaufen noch ein paar weitere Kleinigkeiten wie Socken und ein Adapterkabel fürs Auto.
So, wohin jetzt als Nächstes? Gegenüber ist ein Walgreens, oh ja, da waren wir in diesem Urlaub auch noch nicht drin. Hier bekomme ich Susis Creme, die ich mitbringen sollte, Lippenvaseline, Zahnbleeching und noch einige andere Kosmetikartikel.
An der Kasse frage ich die Kassiererin nach der Reward Karte, da ich meine in Deutschland vergessen habe. Die geht hier leider nur mit Registrierung einer Telefonnummer, dass Problem daran ist, dass die amerikanischen Rufnummern nur 7-stellig sind und unsere deutsche hat 11 Stellen, so funktioniert das leider nicht. Auch fingierte Nummern bringen uns nicht weiter. Sie ruft den Manager hinzu. Hinter uns ist die Schlange schon beachtlich gewachsen und ich bekomme sofort ein schlechtes Gewissen. Aber ruckzuck wird eine 2. Kasse geöffnet und alle Wartenden umgeleitet. Die Amis sind bei sowas wirklich ganz entspannt. Der Manager dokert etwas herum und gibt dann kurzerhand einfach eine Walgreens Nummer zur Registrierung ein, so funktioniert es dann doch noch. Fein - durch die Karte haben wir mal eben 21 $ gespart!
Um 16.30 Uhr fahren wir zurück zum Festival Gelände, denn auch heute Abend möchten wir uns das Spektakel zu gerne nochmal anschauen.
Diesmal stehen wir schon an der Abfahrt zur I25 in Stau. Auch hier sind wieder überall Straßensperren und die Polizei regelt manuell den Verkehr. Es geht ewig nichts vorwärts und so sind wir trotz der wenigen Kilometer erst um 17.30 Uhr auf dem Parkplatz. Gut, dass wir wieder früh genug losgefahren sind!
Das Parkticket von heute morgen gilt natürlich nicht mehr und wir kaufen ein neues für 15 $. Geschickterweise haben die Tickets vom Morgen eine andere Farbe. Wir parken an Gate 2, genau am anderen Ende des Festivalgelände wie heute morgen. Puh, der Platz ist riesig, hoffentlich finden wir da nachher unser Fahrzeug wieder.
Am Eingang zum Kassenhäuschen werden kostenlos Flaschen mit Pfirsichtee verteilt und da es immer noch ziemlich heiß ist, nehmen wir uns alle eine mit. An den Kassen vor Ort ist Cash only, zum Glück habe ich heute morgen Bargeld gezogen.
Wir zahlen 40 $ und werden zum Gelände durchgelassen. Markus muss unbedingt wieder austreten, was hat er nur immer mit diesen Dixieklos?

Da wir noch Zeit haben, bummeln wir bis zu den großen Festzelten am Ende vom Platz. Im Ersten hat die Nasa ihren Sitz. Da sind sie - meine Helden:

Drinnen gibt es eine Ausstellung zum Thema Balloon und Raumfahrt. Es gibt einige Mitmachstände und auch an die Kleinsten wurde mit diversen Bastelecken gedacht.
Allerdings ist das Zelt brechend voll und die Schlangen an jedem der Stände endlos. Zudem ist es hier drin ziemlich stickig, sodass wir nicht wirklich Lust haben uns lange anzustellen. Wir schauen uns alles an, bummeln an den diversen Ständen vorbei, bekommen noch ein paar Nasaanstecker geschenkt und verlassen das Zelt fluchtartig auf der anderen Seite.
Im Nachbarzelt ist eine Ausstellung mit allerhand Krimskrams, jede Menge Ramsch und Sachen, die die Welt nicht braucht.
Wir schlendern noch an den Ausstellungen im Freien vorbei. An einem der Holzstände findet gerade eine Auktion statt, der wir eine Weile zuschauen. Wirklich ganz interessant.
Hinter einem Netz werden aus Baumstämmen mit Kettensägen Figuren geschnitzt, sind die aber süß. Auch hier stehen wir noch eine ganz Zeit und staunen wie die Künstler mit so einer riesigen Kettensäge solch detaillierte Figuren hinbekommen.

Wirklich toll! Am Besten gefallen uns die vielen Teddys und eine witzige Holzbank. Schade, dass die Sachen für unsere Koffer viel zu schwer sind!

Langsam wird es Zeit, dass wir uns ein gutes Plätzchen für das gleich stattfindende Balloonrennen suchen. Auf dem Weg dorthin kommen wir noch an an den APD Horses des Albuquerque Police Departments vorbei. Ganz schön beeindruckend wie ruhig diese riesigen Tiere inmitten dem Trubel doch sind! Wir machen ein paar Fotos und werden gebeten, diese auf der APD Huf Seite in Facebook zu teilen. Aber klar, machen wir doch gerne.

Die Sonne steht schon ziemlich tief als wir uns auf der Wiese vor der Race Launch niederlassen. Gut, dass ich immer Isoliermatten im Rucksack habe, darauf sitzen wir hier super, denn mit der untergehenden Sonne wird die Wiese langsam aber sicher feucht.

Wir genießen die letzten Sonnenstrahlen und beobachten das Treiben um uns herum. Viele Amerikaner sind bestens ausgerüstet und haben riesige Picknickkörbe und noch größere Decken dabei - sie machen ein richtiges Event aus ihrem Picknick - eine wirklich gute Idee, die ich gleich fürs nächste Mal abspeichern muss.

Um 18.30 Uhr startet das Rennen mit einer halben Stunde Verspätung. Meine Güte sind die aber schnell - nach nur 5 min sind alle Rennballoons am Horizont verschwunden. Wir packen die Sitzmatten wieder weg und ziehen unsere Pullover und Jacken über, denn sobald die Sonne verschwunden ist, wird es etwas frisch. Zum Glück ist das aber mit heute morgen nicht zu vergleichen, denn dazu ist es jetzt geradezu richtig warm!
Kurz darauf werden wieder überall um uns herum die Balloone aufgeblasen und wieder können wir hautnah dabei zusehen. Wirklich sehr interessant!

Nachdem relativ schnell alle Balloone gefüllt sind, beginnt der Twilight Twinkle Glow.
Um uns herum beginnen die einzelnen Balloone das Gas aufzudrehen, sodaß der jeweilige Balloon immer kurz im Nachthimmel leuchtet - oh wie schön! Wir sind wirklich begeistert!

Auf einen Countdown, der alle paar Minuten erfolgt, beginnen unter lautem Gejubel alle Balloone auf einmal zu leuchten und flackern - ein richtiger Gänsehautmoment, den man in Fotos gar nicht wiedergeben kann.

Wir können uns gar nicht sattsehen und ich versuche einige Fotos zu machen. Das ist aber leichter gesagt wie getan. Da ich kein Stativ dabei habe, gelingt das nur einigermaßen wenn die Ballons gerade glühen. Das Licht ist sonst viel zu dunkel um aus der Hand zu fotografieren.

Das Spektakel dauert eine gute Stunde, dann fallen die ersten Balloone in sich zusammen - schade, ich hätte da jetzt noch viel länger zuschauen können. Auf einmal schreit einer "Attention" und wir werden Sekunden später fast von 2 Kerlen umgerannt, die einen umfallenden Balloon hinter sich herziehen - ups, das ist gerade nochmal gut gegangen.
Lissy haben es die Magic Balls angetan, die an fast jedem Souvenirstand zu kaufen sind. Sie fragt an jedem Stand den wir entdecken was die denn kosten. Allerdings sollen die Plastikteile hier mindestens 12 $ kosten und das ist ihr dann doch etwas zu teuer. Irgendwo bekommen wir die bestimmt günstiger!
Gegen 20 Uhr startet die Lasershow - heute abend dann wenigstens zum Takt der Musik - allerdings immer noch sehr schwach. Ich glaube nicht, dass das alles ist was diese Laser so hergeben.
Kurz darauf beginnt dann auch schon das Feuerwerk. Das ist dann mal richtig Klasse. Es wird von 2 Orten gleichzeitig losgeschossen und wir wissen gar nicht wo wir zuerst hinschauen sollen.
Es gibt unglaubliche Formen, die wir so noch nirgends gesehen haben, beispielsweise aufblühende Blumen und sogar ein Stierkopf. Auch ein ganzes Herzchenfeuerwerk fällt auf uns herunter - der Hammer hier! Davon gibt es leider keine brauchbaren Fotos. Beim nächsten Mal muss ich bei der Abendshow definitiv ans Stativ denken. Fast zwanzig Minuten wird alles in die Luft geschossen was die Pyrotechnik so hergibt.
Auf jeden Fall ist das Feuerwerk ein perfekter Abschluss für einen perfekten Tag.
Danach sind wir einfach nur noch platt - der Tag war dann doch schon ziemlich lang und ich höre mein Bett ganz laut nach mir rufen.
Müde wanken wir Richtung Ausgang. Mittlerweile ist es stockdunkel und wir suchen auf dem riesigen Platz nach unserem Auto - ich habs geahnt - so leicht wird das nicht.
Markus drückt immer wieder auf dem Schlüssel herum allerdings haben die Idee noch 100 andere Leute. Der ganze Parklatz gleicht einem riesigen Hup- und Lichtkonzert. So finden wir unser Auto nie. Nach gefühlten Ewigkeiten und einigem kreuz und querlaufen, hat mein Mann es dann doch endlich geortet. Komisch, ich hätte schwören können, dass wir weiter unten gestanden haben. Egal - hauptsache Sitzen!
Während wir schläfrig aus dem Fenster blinzeln, kutschiert uns Markus zum Hotel zurück. Allein vom Parkplatz bis zur Hauptstraße zählen wir 15 Polizeiwagen und mindestens doppelt so viele Polizisten auf Motorrädern - was für ein Aufgebot!
Erstaunlicherweise kommen wir komplett ohne Stau auf die Interstate und sind schon um 21.30 Uhr wieder im Hotel.
Heute Abend passiert definitiv nicht mehr viel. Wir surfen noch ein wenig im Internet, verschicken ein paar Whats Apps in die Heimat und ich sichere wie jeden Abend noch brav die Fotos.
Gegen 22.30 Uhr geht das Licht aus und die Mädels liegen schon in Koma noch bevor sie die Betten berühren!
Gute Nacht.

Wetter: morgens eisige 7 Grad, nach dem Sonnenaufgang wärmer, mittags 30 Grad und Sonnenschein
gefahrene Kilometer: 72 Kilometer
gelaufene Kilometer: 12 Kilometer, ja, das Gelände ist riesig!
Highlight des Tages: definitv das Balloon Festival - ein Event, dass wir sehr empfehlen können.